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Dirk Eisermann im Notenarchiv der Neuen Philharmonie Frankfurt im Capitol.
Dirk Eisermann im Notenarchiv der Neuen Philharmonie Frankfurt im Capitol. © SOH
Rock-Gitarristen und Trommelkünstler der Extraklasse, Show-Spektakel und Sinfonieorchester – das alles ist ab Herbst im Capitol Theater in Offenbach zu erleben. Konzertveranstalter Dirk Eisermann hat zahlreiche Termine in dem Haus gebucht, das zum Geschäftsfeld Veranstaltungen der Stadtwerke-Gruppe gehört. Als Manager der Neuen Philharmonie Frankfurt nutzt er die Räumlichkeiten an der Goethestraße auch als Büro, Übungsstätte und Notenarchiv.

Dirk Eisermann schätzt das Haus als Konzertveranstalter und CCL-Manager

Das Capitol hat ein einzigartiges Ambiente und enormes Charisma“, schwärmt Eisermann. „Diese Ausstrahlung überträgt sich auch auf die Musiker.“ Der Hanauer lernte das denkmalgeschützte Veranstaltungshaus Anfang der 1990er-Jahre als Konzertveranstalter der Agentur Shooter kennen. Neben der Atmosphäre – „wie ein großer Club“ - schätzt Eisermann seitdem auch die Kapazität des Capitol Theaters von 840 (bestuhlt) bis 1.800 Besuchern: „Diese Größenordnung gibt es sonst kaum im Rhein-Main-Gebiet.“ Und sollte der Vorverkauf extrem gut laufen, sei eine kostenneutrale Umbuchung in die Stadthalle Offenbach möglich, die ebenfalls zur Stadtwerke-Gruppe zählt. „Da ist das Team rund um Geschäftsführerin Birgit von Hellborn sehr flexibel und veranstalterfreundlich.“

Orchesteransicht
Sinfonieorchester mit Crossover-Qualitäten: Die Neue Philharmonie Frankfurt probt für die Capitol Classic Lounge. © Stadt Offenbach
Dem guten Draht zu Birgit von Hellborn ist es auch zu verdanken, dass die Neue Philharmonie Frankfurt (NPF) im Capitol ein Zuhause fand und damit die Classic Lounge nach Offenbach kam. Eisermann hatte das Orchester gemeinsam mit dessen künstlerischem Leiter Dr. Ralph Philipp Ziegler 1999 in Hanau gegründet. Schnell machte sich die NPF einen Namen als Crossover-Orchester, das neben Sinfonien auch Stücke aus Rock & Pop beherrscht: Die Musiker begleiteten unter anderem Nena und Robin Gibb von den Bee Gees, doch sie hatten kein Büro und keine festen Übungsräume. „Meist trafen wir uns in Kirchengemeinden zum Üben“, erinnert sich Eisermann.

Als er 2005 in seinem Hauptberuf bei Shooter Promotions einen Auftritt der Punkrock-Band Green Day in der Stadthalle veranstaltete, erzählte Eisermann Birgit von Hellborn von diesem Problem. Die Geschäftsführerin berichtete ihm von freien Räumen im zweiten Stock des Capitol Theaters und lud ihn spontan zu einem Meeting ein, um diese Idee mit weiteren Verantwortlichen zu besprechen. Auch GBO-Geschäftsführer Winfried Männche als Hausherr begeisterte sich spontan für die Pläne. So wurde nur wenige Wochen später der Vertrag für die Räume und die Capitol Classic Lounge (CCL) unterschrieben, was NPF-Manager Eisermann heute noch als „unseren Sechser im Lotto“ bezeichnet.

Dirk Eisermann im Büro vor den Noten der aktuellen Konzertprogramme.
"Männersachen" fürs Lichterfest: Im Büro des Orchesters finden sich auf Anhieb die aktuellen Konzertprogramme. © SOH

Gemeinschaftsgefühl bei Musikern und Gästen
So kam Offenbach während eines Punkrock-Konzerts zu seiner klassischen Konzertreihe, die im Herbst in die elfte Saison startet. Zuvor stand noch die „Last Night of the Lounge“ der CCL 2015/16 beim Lichterfest am 6. August an. Obwohl es sich bei dem Programm „Männersachen“ um eine Wiederaufnahme handelte, probten die rund 50 Musiker vor dem Auftritt zwei Tage lang – die aktuellen Notensätze liegen im Büro stets bereit. Die Probentage beginnen um 10 Uhr, „und mittags kocht die hauseigene Cateringfirma im Capitol gesund und lecker für alle“, freut sich Eisermann. Dieser Teamgeist sei wichtig - gerade für die Musiker/-innen, die von weiter weg anreisen.

Auch unter den Gästen der Capitol Classic Lounge gebe es ein Gefühl der Gemeinschaft, hat Eisermann beobachtet: „Das zeigt schon der Abonnenten-Empfang zur Vorstellung des neuen Programms.“ Er fand diesen Frühsommer zum zweiten Mal statt und musste wegen der großen Resonanz von der Bühne ins Atrium verlegt werden. „Hier trifft sich das Bürgertum von Offenbach und feiert, wie bei den Konzerten auch, ein gesellschaftliches Ereignis.“ Zudem würden sich die Bürger der Stadt mit „ihrem“ Capitol identifizieren, das auch Besucher aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet immer wieder überrasche und überzeuge: „Viele sind schon platt, wenn sie das tolle Foyer betreten – da ist eine perfekte Akustik im Saal nicht mehr so wichtig“, schmunzelt Eisermann.

Bühne bietet immer wieder Überraschungen
Am 9. Oktober beginnt die neue CCL-Reihe mit dem Programm „DolceVita“, und im November geht die Neue Philharmonie Frankfurt wieder einmal mit Star-Geiger David Garrett auf Tournee. Die Crossover-Qualitäten des Orchesters nutzen auch schon Größen aus Rock & Pop wie Deep Purple, Peter Gabriel, Ian Anderson und Chris de Burgh. „Wir verstehen uns hier als Dienstleister für die Künstler, sind flexibel und unterstützen deren Musik im Hintergrund“, erläutert Eisermann. Die persönlichen Kontakte zu den Stars seien oft über die Agentur Shooter Promotions entstanden: „Das öffnet immer noch Türen und ist extrem wichtig.“ Denn durch solche Auftritte kommt Geld in die Orchesterkasse, das wiederum für außergewöhnliche CCL-Programme genutzt wird: So standen bei der Aufführung von Mahlers 5. Sinfonie im Oktober 2015 erstmals rund 70 Musikerinnen und Musiker auf der Offenbacher Capitol-Bühne.

Spektakulär wird es auch am 25. Januar 2017, wenn Dirk Eisermann die Tap Factory nach Offenbach holt: „Sie passt perfekt zur Theaterkulisse an der Goethestraße.“ Mit ihrer Mischung aus Urban-Percussion, Stepptanz, Hip Hop, Comedy und Akrobatik begeistert die Live-Show derzeit das Publikum von Südamerika bis China – und kommt nur für wenige Gastspiele nach Deutschland. Die Bühne des Capitol Theaters bleibt immer für eine Überraschung gut.

Dirk Eisermann im Notenarchiv der Neuen Philharmonie Frankfurt im Capitol. SOH
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