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Max-Dienemann-Saal, Capitol
Mehr Licht im Universum: Der Raum im Capitol, auch Max-Dienemann-Saal genannt, bietet viele Möglichkeiten für Events. © georg-foto
Das Universum im Capitol Theater erscheint seit Frühjahr 2017 im neuen Licht: Das Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe hat rund 80.000 Euro in den Raum, der auch Max-Dienemann-Saal genannt wird, investiert. Die GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach stattete den kleinen Saal unter anderem erstmals mit Tageslicht-Fenstern aus.

Zuvor versprühte das Universum im Obergeschoss des Capitols durchaus Charme unter einer sternen-ähnlichen Beleuchtung – doch seine Fenster eröffneten nur Einblicke nach innen, in das Atrium des Veranstaltungshauses. Nun baute die GBO in der Westfassade des 101 Jahre alten Gebäudes vier zweiflüglige Fenster aus Holz ein und brachte draußen einen Sonnenschutz an. Die Fassade an der Westseite erhielt im Anschluss einen frischen Anstrich, auch statische Maßnahmen waren erforderlich.

Max-Dienemann-Saal, Capitol
© georg-foto

Alle Arbeiten an der ehemaligen Synagoge wurden im Vorfeld mit dem Denkmalschutz und dem Landesdenkmalamt abgestimmt; die eigentliche Bauzeit betrug sechs Wochen. Die neuen Tageslicht-Fenster eröffnen nun mehr Möglichkeiten, den Raum zu nutzen – und von der natürlichen Lüftung profitieren hier künftig alle Veranstaltungen, ob Seminar, Vortrag oder Workshop. So präsentiert sich der 150 qm große Max-Dienemann-Saal noch vielfältiger als bisher. In klassischer Reihenbestuhlung finden hier 160 Gäste Platz, der Raum kann sich je nach Event aber auch in einen fernöstlichen Divan oder einen Spielsalon verwandeln. Und trotz der Fenster lässt er sich bei Bedarf weiterhin komplett verdunkeln.

Der kleine Saal in der früheren Synagoge wurde nach Max Dienemann (1875–1939) benannt, der als einer der führenden liberalen Rabbiner in Deutschland galt. Von 1919 bis 1938 amtierte er als Rabbiner der israelitischen Gemeinde in Offenbach. Der Publizist und Philologe warb für die Einheit und Eigenständigkeit der Juden in Deutschland, verstand sich aber gleichzeitig als „deutscher Patriot“. Zum Gedenken an ihn und seinen Vorgänger wurde 1995 die Max Dienemann/Salomon Formstecher Gesellschaft e.V. in Offenbach gegründet.