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Capitol Cinema Lounge
So., 7. April 2019
Praeludium: 16.00 Uhr
Konzertbeginn: 17.00 Uhr
Capitol Theater Offenbach
CCL-Motiv Lulu
© Europäische Filmphilharmonie
Ein Film wie ein Taumel, wie ein Magnet, der alles mitreißt in einen Strudel des Verderbens, und doch so verführerisch, dass sich ihm niemand widersetzen kann. Die Vermutung hält sich seit fast einem Jahrhundert, dass Louise Brooks die ‘Lulu’ der Siegmund Freud-Zeit, das männermordende und selbstzerstörerische Geschöpf des epochalen Autors Frank Wedekind, nicht spielen musste. Sondern dass sie Wedekinds Figur so wesensnah war, dass sie sich einfach nur in ungezähmter Wildheit und Sinnlichkeit in das Abenteuer der Dreharbeiten stürzte. Eine Szene mit dem großen Mimen Fritz Kortner, der als Dr. Schön der Tänzerin Lulu verfallen ist, macht das deutlich: Auch er war so elementar in der Szene, das er – in berstender Wut auf seine Kollegin – sie so heftig am Arm packte, dass die schwarz angelaufenen Fingerabdrücke für einige Zeit sichtbar blieben. So entstand dieses Werk.

„Es gibt keine Garbo, keine Dietrich. Es gibt nur Louise Brooks“
Henri Langlois, französischer ’Filmguru‘ (1914-1977)

Der Film ‘Die Büchse der Pandora’ ist mehr als Kino. Er ist ein psychologisches Meisterstück von Jahrhundertbegabungen. Louise Brooks, die unter anderem den Bubikopf weltbekannt machte, blieb ein singuläres Phänomen für einige der bedeutendsten Stummfilme der späten 1920er – im Tonfilm fasste sie dagegen nie wirklich Fuß. Für diesen ganz und gar außergewöhnlichen Film schreibt uns Jens Troester eine nagelneue Musik – fußend auf den Klangwelten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, deren psychologisch dichter Atmosphäre Bücher und Film entstammen.

Georg Wilhelm Pabst/ Jens Troester
(1885-1967/*1970)

Lulu - Die Büchse der Pandora
(1929/2018-19)

Film von Georg Wilhelm Pabst
mit Louise Brooks, Fritz Kortner u.a.
Capitol Symphonie Orchester
Dirigent: Jens Troester