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Capitol
© Katja Lenz
Sehen, Riechen, Hören im künstlerischen Kontextes eines Konzertsaals? In vier ausgewählten Sinfoniekonzerten der Capitol Classic Lounge war diese Idee in der vergangenen Saison Wirklichkeit: Fußball, delikate Kräuter, ein Art déco-Weihnachtsmysterium und zwei populäre amerikanische Komiker der 1920er Jahre stellten den Rahmen des Projekts „Philharmoptik/Gustatonik“, das Orchestermusik, Geruchs- und Sehsinn auf originelle Weise zusammenführte. Möglich gemacht auch durch die großzügige Unterstützung des Kulturfonds FrankfurtRheinMain. „In einem so klassischen Format wie dem Sinfoniekonzert gibt es trotzdem noch immensen Raum, Fenster zu anderen Sinnen aufzustoßen. Philharmoptik/Gustatonik hat das mit sehr reizvollen Konzepten getan“, lobte denn auch Kulturfonds-Geschäftsführer Dr. Helmut Müller das Konzept. „Eine tolle Partnerschaft, in der unsere ohnehin innovative und pfiffige Reihe in ihren besonderen Stärken wesentlich unterstützt wird“, betont Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke.

Eingegliedert waren die Uraufführungen in die Konzerte der Capitol Classic Lounge im Capitol Theater, so vertonte der junge Weimarer Komponist Richard Siedhoff mit seiner „Rhapsodia sportiva 1954“ die einzig verbliebenen professionellen Filmaufnahmen des WM-Endspiels von 1954 oder widmeten sich in der „Sieben Kräuter-Suite“ gleich sieben Komponisten jeweils einem Kraut. Fulminant auch die Vertonung des Weihnachtsspiel des Wiener Art decó-Marionettenkünstlers Richard Teschner, das der badische Komponist Marco Jovic gemeinsam mit dem Berliner Videokünstler Haegar zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk machte. Schließlich wurden über ‚Philharmoptik/Gustatonik‘ zwei neue Filmmusiken zu Laurel & Hardy-Klassikern aus der Feder des übrigens in Offenbach gebürtigen Jens Troester gefördert, die mit der Stummfilmmusik eine zwar etablierte, aber gleichwohl sehr vitale Kunst betreffen.

Für das kommende Jahr hat der Künstlerische Leiter der Konzerte, Dr. Ralph Philipp Ziegler, schon Ideen für ein neues spannendes Projekt mit wiederentdeckten und neu zu schreibenden Werken entwickelt. „Auch da“, hofft Ziegler, „den Kulturfonds für eine Unterstützung begeistern zu können.“

Kreise über das Rhein-Main-Gebiet hinaus hat das Projekt „Philharmoptik/Gustatonik“ schon jetzt gezogen, die Stummfilmredaktion der Senders ARTE ist auf die Reihe aufmerksam geworden, hier sind gemeinsame Arbeiten vorgesehen.

 

Offenbach am Main, 11. Juli 2018